1. Was ist Eigenverbrauch?

Die von einer Photovoltaik-Anlage erzeugte Energie wird zunächst in das Hausnetz eingespeist. Hier kann die Solarenergie von Elektrogeräten innerhalb des Hauses genutzt werden: das wird dann Eigenverbrauch oder auch Selbstverbrauch genannt.

Steht mehr Strom zur Verfügung als verbraucht werden kann, fließt der Überschuss in das öffentliche Netz. Reicht der eigene Solarstrom zur Deckung des Verbrauchs nicht aus, wird die fehlende Menge aus dem Netz bezogen.

2. Wie wird der Eigenverbrauch ermittelt?

Hier muss seit April 2012 in Anlagen grösser oder kleiner 10kWp unterschieden werden:

  • Bei Anlagen grösser 10kWp werden nur noch 90% der erzeugten PV-Energievergütet. Deswegen ist es notwendig zunächst die gesamte erzeugte Energie zu erfassen (Erzeugungszähler). Die restlichen 10% sollten nach Möglichkeit selbst verbraucht werden.
  • Da bei Anlagen bis 10kWp 100% des erzeugten PV-Stromes vergütet werden kann auf einen extra Erzeugungszähler verzichtet werden. Für eine Berechnung des Eigenverbrauches kann anstelle dessen der Ertragswert aus dem Wechselrichter verwendet werden

Der Netzbezug und die schlussendlich ins Netz eingespeiste Energie werden über sogenannte 2-Richtungszähler erfasst.

3. Warum Eigenverbrauch?

Von Anfang 2009 bis zum April 2012 wurde der selbst verbrauchte Strom aus einer Photovoltaik-Anlage vergütet. Diese zusätzliche Vergütung zum eingespeisten Strom wurde im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) eingeführt, um einen finanziellen Anreiz für die Entwicklung von Technologien für mehr Eigenverbrauch zu setzen und damit die Stromnetze zukünftig zu entlasten. Mit der Novellierung des EEG 2012 wurde diese zusätzliche Vergütung wieder abgeschafft aber...

Es gibt bei neu errichteten Photovoltaik-Anlagen wieder einen finanziellen Anreiz, möglichst viel des erzeugten Stroms selbst zu verbrauchen. Dieser Anreiz resultiert paradoxerweise aus einer weiteren Kürzung der Einspeisevergütung mit der Novellierung des EEG 2012:
Die Vergütung für den eingespeisten Strom ist nun niedriger als der Preis für den Strom vom Energieversorger. Auch die Preise für Photovoltaik-Anlagen sind so weit gesunken, dass der Sonnenstrom günstiger ist als der Strom vom Energieversorger. Daher ist es interessanter, den selbst erzeugten Strom nicht einzuspeisen sondern selbst zu verbrauchen und damit den Strom der bisher vom Energieversorger bezogen wurde zu ersetzen. Und da der Strompreis jedes Jahr steigt, lohnt sich der Eigenverbrauch mit jedem Jahr mehr.

4. Wozu Batterien?

Durch die jährlich steigenden Strompreise rechnet sich über den Vergütungszeitraum einer Photovoltaik-Anlage von 20 Jahren auch eine Zusatzinvestition in Technologien zur Optimierung des Eigenverbrauchs.

Ein Energiemanagement-System funktioniert einfach und komfortabel. Ein intelligentes Steuerungssystem übernimmt die Ansteuerung der elektrischen Geräte, je nach der zur Verfügung stehenden Menge an Solarstrom.

Der Eigenverbrauch kann noch weiter optimiert werden, wenn Batteriespeicher eingesetzt werden. Diese nehmen tagsüber überschüssigen Solarstrom auf, der sonst in das Stromnetz eingespeist werden würde. Später wenn die selbst erzeugte Energie nicht mehr zur Deckung des Verbrauchs ausreicht, kann der gespeicherte Strom genutzt werden.

Batteriespeicher bieten darüber hinaus den Vorteil, dass sie Netzausfälle überbrücken können.

5. Warum eine Wärmepumpe in Kombination mit einer Photovoltaikanlage?

Wenn eine Wärmepumpe mit Photovoltaik-Eigenstrom betrieben wird, kann ein Wasser-Wärmespeicher (Puffer, Boiler) überschüssigen Strom in Form von Wärme speichern und dann abgeben, wenn die Wärme-Energie benötigt wird.

Vorteile der Kombination von Photovoltaik und Wärmepumpe gegenüber einer Solarthermie-Anlage:

  • Im Sommer wird nur so viel Warmwasser erzeugt, wie tatsächlich benötigt wird.
  • Während bei der Solarthermie-Anlage sommerliche Überschüsse nicht genutzt werden können, gehen die Überschüsse einer PV-Anlage nicht verloren.
  • Durch die jährlich steigenden Preise für Heizenergie rechnet sich über den Vergütungszeitraum einer Photovoltaik-Anlage von 20 Jahren abhängig vom Installationsaufwand auch die Zusatzinvestition in eine Wärmepumpe.
  • Die Wärmepumpe hat gegenüber der direkten Beheizung von Wasser z.B. durch einen Heizstab den Vorteil, dass Wärme sehr effizient erzeugt werden kann, da die Wärme der Umgebung entzogen wird. Dieses Verhältnis wird über die Leistungszahl ausgedrückt. Beträgt diese z.B. 4 können aus einer Kilowattstunde Strom 4 Kilowattstunden Wärme erzeugt werden. Das Verhältnis hängt natürlich von den Umgebungstemperaturen ab, die über das Jahr schwanken, vor allem wenn die Wärme der Umgebungsluft entzogen wird.
  • Die gängigen Wärmepumpen entziehen der Luft, dem Boden (=Sole) oder einem Gewässer die Wärme und geben diese an das Heizwasser ab. Daher kommen die Bezeichnungen Luft-Wasser, Sole-Wasser oder Wasser-Wasser-Wärmepumpe.

Ein guter Zusatznutzen einer Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die gekühlte Abluft, der die Wärme entzogen wurde. Diese lässt sich zur Gebäudekühlung nutzen, besonders für Getränke- oder Lebensmittellagerräume, und kann so die Einsatzzeiten einer Klimaanlage verkürzen oder diese ganz ersetzen. Gleichzeitig wird die Luft getrocknet, was das Problem feuchter Kellerräume (Schimmelbildung) löst.

Unsere Animation und Broschüre zur Veranschaulichung:

Zur Veranschaulichung haben wir sowohl eine Broschüre als auch eine Animation für Sie vorbereitet. Hier können Sie besonders das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten sowie den zeitlichen Ablauf gut nachvollziehen.

Leistungsspektrum der enerquinn GmbH im Bereich Solar / Photovoltaik: Photovoltaik Management, Batteriespeicher, Speichersysteme & Solare Wärme

Dateigröße Dateigröße 1.02 MB
Downloads Download 3.012

Unsere Broschüre zum Thema Solarstrom. Wie spielen die einzelnen Komponenten Solaranlage, Wechselrichter, Batteriespeicher... zusammen? Was passiert wann und warum kann ich auch in der Nacht vom "selbstgemachten" Strom profitieren?

Dateigröße Dateigröße 4.7 MB
Downloads Download 2.692

Ein kleiner Film (abzuspielen im Browser) zum Thema Solarstrom. Wie spielen die einzelnen Komponenten zusammen und was passiert wann und hängt wie zusammen.

Dateigröße Dateigröße 11.02 KB
Downloads Download 2.482

 

 

Meinungen und Richtigstellungen zum Thema Solarstrom

Ergänzend haben wir hier noch die Falschaussagen sowie die Korrekturen unseres "7 Richtige" Gewinnspiels von 2013 hinzugefügt. Sicherlich wird damit auch noch die ein oder andere Frage beantwortet. 

"So eine PV-Anlage für den Eigenbedarf kostet ja mindestens 30.000 €"

Richtig ist: Anlagenpreise und Finanzierungskonditionen sind derzeit so günstig wie nie zuvor – und eine Solaranlage für Ihr Eigenheim ist damit deutlich günstiger als Sie vermutlich denken. Nicht zu vergessen die seit dem 1. Mai 2013 geltende Speicherförderung des Bundes.

Das bedeutet unterm Strich: Schon für wenige Tausend Euro sind Sie für die kommenden Jahrzehnte energietechnisch hervorragend gerüstet.

Schon mit einer Investition von ca. 9.000 Euro ist es möglich in einem Zeitraum von 20 Jahren 100.000 kWh Strom produzieren.

"Solarenergie kann den Energiebedarf niemals decken."

Richtig ist: Um den Jahresstrombedarf einer Familie zu erzeugen, reicht bereits die solartechnische Bestückung der Dachfläche eines durchschnittlichen deutschen Eigenheims völlig aus.

Würden alle geeigneten Dachflächen in der Bundesrepublik entsprechend genutzt, könnte Solarenergie bereits heute rund 40 Prozent des deutschen Strombedarfs decken.

Und jetzt noch im ganz großen Maßstab gedacht: Die Sonne ist der mit Abstand stärkste Energieträger im Bereich der erneuerbaren Energien. Mit den aktuell einsetzbaren Technologien ließen sich bereits 380 Prozent des Weltenergiebedarfs durch Solarkraft abdecken.

"Solarstrom ist für die Energieversorgung wertlos, weil es ihn nur gibt, wenn die
Sonne scheint."

Richtig ist: Durch den Einsatz moderner Speichertechnologien kann Sonnenstrom mittlerweile rund um die Uhr und bei jedem Wetter genutzt werden – also auch abends, nachts oder früh am Morgen.

So können z. B. Eigenheimbesitzer Ihren Eigenverbrauchsanteil auf bis zu 70 Prozent erhöhen und mit jeder Kilowattstunde bares Geld sparen.

Im Vergleich zum Normaltarif Ihres Stromanbieters ist selbst erzeugter Solarstrom zudem schon heute weitaus billiger. Und je mehr Sie Ihre Sonnenenergie selbst nutzen, desto stärker können Sie Ihre Stromkosten senken. Zudem machen Sie sich dauerhaft unabhängig vom Strommarkt – und allein das wird in naher Zukunft schon sehr viel wert sein.

"Solarstrom lohnt sich nicht mehr, seit sie die Förderung reduziert haben."

Richtig ist: Für Hausbesitzer und Gewerbetreibende lohnt sich eine Photovoltaik-Anlage nach wie vor auf jeden Fall.

Zwar sind die Vergütungen für Solarstrom in letzter Zeit permanent reduziert worden, diese Kürzungen wirken sich jedoch in erster Linie auf Investoren-Großprojekte aus. Für die meisten Hausbesitzer und Gewerbetreibende dagegen rechnet sich eine Photovoltaikanlage immer noch, denn Anlagenpreise und Finanzierungskonditionen sind so günstig wie nie. Zudem wirkt sich die am 1. Mai 2013 eingeführte Speicherförderung der Bundesregierung positiv auf die Investitionskosten aus. Mit moderner, intelligenter Speichertechnologie erhöhen Sie Ihren Eigenverbrauchsanteil auf bis zu 70 Prozent. Auf diese Weise kann ein Vier-Personen-Haushalt über 20 Jahre hinweg einen Kostenvorteil von insgesamt mehr als 12.000 Euro erzielen!

Je höher also Ihr Eigenverbrauch, desto mehr Geld können Sie sparen – ein wirtschaftlich hochattraktiver Aspekt, vor allem angesichts der Tatsache, dass manche Studien einen Anstieg der Strompreise um bis zu 70 % in den nächsten zwei Jahrzehnten vorhersagen.

"Der Strompreis ist so hoch wegen der Solarförderung."

Richtig ist: Energieversorgungsunternehmen begründen Strompreiserhöhungen für Haushalte in der Regel mit der Erhöhung der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz).

Laut einer aktuellen Studie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE* ist der Brutto-Strompreis für Privathaushalte in den Jahren 2000 bis 2013 um ca. 14 ct/kWh angestiegen – die EEG-Umlage jedoch nur um 5,3 ct/kWh netto, d.h. 6,3 ct/kWh brutto. Der Großteil der Preissteigerungen kann somit nicht mit der EEG-Umlage begründet werden.

Darüber hinaus haben Photovoltaikanlagen einen strompreissenkenden Effekt. Die Anlagen speisen gerade mittags, wenn die konventionelle Stromerzeugung aufgrund der hohen Nachfrage am teuersten ist, den Grossteil der Sonnenenergie ins Stomnetz ein.

Es wird erwartet, dass bei einem weiteren Ausbau der Photovoltaik die Börsenpreise für Strom in den Sommermonaten tagsüber immer häufiger und für immer längere Zeiträume unter das Nachtstromniveau fallen werden. Dieser Photovoltaik-Effekt wird jedoch noch nicht angemessen in den Kosten- und Umlagekalkulationen abgebildet. Zahlreiche Energieversorger geben preissenkende Effekte der PV-Einspeisung bisher nicht an ihre Endkunden weiter.

* Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland / Fassung vom 10.3.2013

"Solarstrom ist abhängig von Subventionen - Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke sind das nicht."

Richtig ist: Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke werden sehr wohl mit Subventionen gestützt. Im Gegensatz dazu stammt die Förderung der Solarstrom-Erzeugung nicht aus öffentlichen Mitteln, sondern aus der EEG-Umlage (Erneuerbare-Energien-Gesetz).

Nach einer Schätzung der Internationalen Energieagentur IEA wurden fossile Energien im Jahr 2010 weltweit mit über 400 Mrd. Dollar subventioniert.

Und was glauben Sie wer die zukünftigen Atommülllager die nächsten 100.000 Jahre bezahlt?

"PV-Module werden im Ausland produziert. Bei uns entstehen daher keine neuen Arbeitsplätze."

Richtig ist: Die Solartechnik hat hierzulande in den letzten Jahren 150.000 Arbeitsplätze geschaffen.

2012 erzielte die deutsche Photovoltaikbranche zudem eine Exportquote von ca. 60 %. Zu diesem Industriezweig zählen Betriebe aus den Bereichen Materialherstellung, Herstellung von Zwischen- und Endprodukten, Produktionsanlagenbau sowie Installation (Handwerk).

Der Weltmarktanteil der gesamten deutschen Photovoltaik-Zulieferer (Hersteller von Komponenten, Maschinen und Anlagen) erreichte im Jahr 2011 46 % bei einer Exportquote von 87 % [VDMA].